Jahresbericht 2025

Verein gegen Mädchenbeschneidung Ostschweiz & Liechtenstein

Jahresbericht 2025

Verein gegen Mädchenbeschneidung Ostschweiz & Liechtenstein

Jahresbericht 2025

Verein gegen Mädchenbeschneidung Ostschweiz & Liechtenstein

Ein Jahr des Wachstums, der Vernetzung und der vertieften Zusammenarbeit.

619

Fachberatungen

105

Begleitete Betroffene

175

Teilnehmerinnen Women's Club

380

Stunden Community-Arbeit

Besonders deutlich zeigt sich die wachsende Bedeutung unserer Arbeit im Anstieg der Beratungsanfragen – sowohl von betroffenen Frauen und Mädchen als auch von Fachpersonen. Immer mehr Institutionen wenden sich an uns. Das Bewusstsein für die Thematik steigt, und unser Verein wird als kompetente Anlaufstelle wahrgenommen.

Bericht des Präsidiums

Chantale Beusch und Jakob Gähwiler, Präsidium Verein gegen Mädchenbeschneidung

Das Jahr 2025 war für den Verein gegen Mädchenbeschneidung Ostschweiz und Liechtenstein ein Jahr des Wachstums, der Vernetzung und der vertieften Zusammenarbeit. In unseren neuen Räumlichkeiten konnten wir unsere Angebote deutlich ausbauen: Der Women's Club, die Women's Night, das Projekt «Schenk mir eine Geschichte» sowie der HSK-Unterricht haben sich etabliert und erfreuen sich reger Nutzung.

Unsere Vernetzung hat sich im vergangenen Jahr spürbar vertieft. Die intensive Zusammenarbeit mit der FaPla oder die Begleitung von schwangeren Frauen in enger Kooperation mit den betreuenden Hebammen sind wertvolle Beispiele für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Wir sind dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen – von Betroffenen, Fachpersonen und Partnerorganisationen gleichermassen – und blicken motiviert in die Zukunft.

Februar – Tag gegen Mädchenbeschneidung

Am 6. Februar zeigten wir im SKINO Schaan den eindrücklichen Film «Jaha's Promise». Bei der anschliessenden Podiumsdiskussion gab es viele Fragen aus dem Publikum.

März – Vorstandsretraite St. Gallen

Am 6. März traf sich der Vorstand zusammen mit der Stellenleiterin für eine ganztägige Retraite in St. Gallen. Dabei wurde an der Vision, der Mission und dem Leitbild der Anlaufstelle gearbeitet.

Mai – Dritte Mitgliederversammlung

Am 19. Mai 2025 fand die dritte Mitgliederversammlung statt, zum ersten Mal in unseren eigenen Räumlichkeiten in der Stadt St. Gallen.

Mai – Meditative Betrachtung in Buchs

Am 25. Mai fand in der Katholischen Kirche in Buchs eine meditative Betrachtung in Musik und Wort unter dem Titel «Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt» statt. Die Kollekte durften wir als Verein entgegennehmen. Nach der Veranstaltung organisierte Vorstandsmitglied Qatro Shire einen feinen somalischen Apéro.

November – 16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Während der «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» organisierten wir zusammen mit der Fachstelle Integration Linthgebiet und den Soroptimistinnen eine Filmvorführung im Kino in Uznach. Wir zeigten den Film «Do you remember me?» der Schweizer FGM-Aktivistin Sara Aduse.

Dezember – Weihnachtsverkauf

Am 14. Dezember veranstaltete das Team der Anlaufstelle zusammen mit dem Verein einen kleinen Weihnachtsverkauf der hergestellten Produkte aus dem Projekt «Women's Club».

Im Namen des Präsidiums danken wir den Mitarbeiterinnen der Anlaufstelle, der Stellenleitung, den Vorstandsmitgliedern, allen Spendern, Mitgliedern und Gönnern, Stiftungen und dem Kanton St. Gallen für die grosse Unterstützung.

Im Jahr 2026 legen wir den Fokus auf die Konsolidierung und Etablierung der bestehenden Angebote, die Entwicklung einer nachhaltigen Finanzierungsstrategie und die Professionalisierung der Strukturen.

Beratung & Begleitung

Erfüllung der Leistungen gemäss Vereinbarung mit dem Kanton St. Gallen

Der Verein gegen Mädchenbeschneidung Ostschweiz und Liechtenstein betreibt die Anlaufstelle gegen Mädchenbeschneidung Ostschweiz und Liechtenstein im Auftrag des Kantons St. Gallen.

Im Jahr 2025 haben Fachpersonen 619 Beratungen zum Thema FGM bei der Anlaufstelle in Anspruch genommen, davon 460 Beratungen von Fachpersonen aus dem Bereich Bildung und Soziales, 81 Beratungen von Fachpersonen aus der Gesundheit und 78 Beratungen von Fachpersonen aus dem Asyl- und Integrationsbereich. Als Beratungen definieren wir Kontaktaufnahmen von Fachpersonen per Mail, Telefon, persönlich oder schriftlich mit verschiedenen Anfragen rund um das Thema FGM/C.

Folgendes sind (anonymisierte) Beispiele von solchen Anfragen durch Fachpersonen:

«Ich bin Kindergartenlehrperson in der Stadt St. Gallen. In meiner Klasse ist ein Mädchen aus Somalia, seit den Sommerferien ist mir etwas Ungewöhnliches aufgefallen. Nach Absprache mit der Schulsozialarbeiterin und der Schulleitung wurde mir eine Beratung bei Ihnen ans Herz gelegt. Gerne würde ich telefonisch die Situation schildern, um Ihre Sichtweise zu hören.»

«Ich wende mich im Namen einer Gesuchstellerin, Frau S., an Sie. Bei ihr besteht ein FGM-Hintergrund, und sie hat grosses Interesse daran, fachliche Unterstützung sowie eine entsprechende Abklärung durch Ihre Fachstelle zu erhalten. Wir möchten Sie daher bitten, die Klientin direkt für einen Termin aufzubieten. Sollten hierfür Räumlichkeiten benötigt werden, können wir diese bei Bedarf gerne zur Verfügung stellen. Für das laufende Asylverfahren wäre eine fachliche Stellungnahme oder ein Bericht Ihrer Stelle sehr wertvoll, insbesondere sofern medizinische oder psychische Beschwerden im Zusammenhang mit FGM bestätigt werden. Bitte teilen Sie uns mit, wie das weitere Vorgehen aussieht und welche Unterlagen oder Informationen Sie vorab benötigen.»

Die Anzahl der Anfragen und Beratungen hat im Vergleich zum Jahr 2024 wieder zugenommen, am stärksten bei den Fachpersonen aus Bildung und Soziales. Die intensive Vernetzungsarbeit, die Räumlichkeiten in der Stadt St. Gallen und Weiterbildungen für Fachpersonen haben dazu beigetragen, dass Fachpersonen für das Thema FGM/C sensibilisierter sind und die Anlaufstelle bekannter geworden ist. Mit einem Pensum von 50 Stellenprozenten ist dieses Volumen an Anfragen für die Stellenleiterin Bella Glinski kaum zu bewältigen.

Psychosoziale Beratung und Begleitung

105 Betroffene haben sich an die Anlaufstelle gewendet und wurden beraten, begleitet und unterstützt. Einige Betroffene haben direkt mit der Anlaufstelle Kontakt aufgenommen, andere wurden von einer Fachperson triagiert.

Zwei Beispiele für triagierte Anfragen:

«Ich wollte euch vorab über eine Klientin informieren. Sie lebt allein. Sie hat starke Schmerzen aufgrund Infibulation. Allgemein viele gesundheitliche (physisch und psychisch) Beschwerden. Sie spricht die Sprache nicht und kennt hier niemanden. Sie ist eine Waise, keine Familie (Jahrgang 2002). Kein Schutz → sexuelle Gewalt, Zwangsheirat, Geburt und wieder zugenäht worden. Sprachen: Somali und ein wenig Deutsch. Ich bin aktuell ihre Rechtsvertreterin und sie erklärte mir mündlich, dass ich euch vorab diese Infos mitgeben soll.»

«Guten Tag. Eine Bewohnerin hat sich bei uns gemeldet und uns darum gebeten, bei Ihnen einen Termin für eine Beratung zum Thema Beschneidung zu vereinbaren. Sie spricht jedoch Somalisch. Gibt es bei Ihnen eine Beratungsperson, die Somalisch spricht oder die Möglichkeit, eine weibliche Übersetzerin Deutsch-Somalisch zu organisieren?»

Neben der Beratung übernimmt die Anlaufstelle auch die Begleitung von Betroffenen bei der medizinischen Nachsorge und bei der Defibulation. Dabei steht einerseits die psychosoziale Unterstützung im Vordergrund, aber auch die Begleitung zu spezialisierten Ärztinnen und das interkulturelle Dolmetschen im medizinischen Kontext. Gerade eine Defibulation bringt grosse psychische und physische Veränderungen mit sich und muss zwingend kultursensibel begleitet werden.

Community-Arbeit

Die Community-Arbeit in der somalischen Community umfasste wie letztes Jahr rund 200 Stunden Gespräche, Sensibilisierung, Aufklärung und Information. Auch in der eritreischen Community wurden rund 180 Stunden Community-Arbeit geleistet.

Women's Club

Über die Sommermonate verliefen die Vereinstätigkeiten relativ ruhig. Im September 2025 starteten wir mit unserem neuen Projekt «Women's Club». Fatima Kodhanazari, Bella Glinski und Yvonne Blättler-Göldi organisierten Nähmaschinen, Stoffe und Bastelmaterial – das Meiste waren Sachspenden. So konnte mit kleinem Budget gestartet werden. Insgesamt hatte der Women's Club 175 Teilnehmerinnen aus über 7 Gemeinden der Ostschweiz.

Women's Night

Im Herbst 2025 starteten wir mit dem Projekt «Women's Night». Auf Initiative der eritreischen Community und unter der Leitung von Nigisti Teklemariam und Elsa Sahle findet alle zwei Wochen freitags ein Abend statt. Im Jahr 2025 haben 18 Frauen an den Beauty-Nights teilgenommen.

Schutz der nächsten Generation

Was als kleines Pilotprojekt begann, hat sich 2025 verdoppelt: Über 20 Kinder besuchen nun jeden Mittwochnachmittag unseren HSK-Unterricht und das Programm «Schenk mir eine Geschichte» auf Tigrinya. Ein grosser Dank gilt dem Lehrer Zerit Tewelde, der mittlerweile zwei Klassen mit grossem Engagement leitet. Er vermittelt nicht nur Sprache, sondern Stolz und Identität – ein entscheidender Faktor für eine gelungene Integration.

Kultur bewahren – Gewalt bekämpfen

In unserem Zentrum schaffen wir bewusst Räume, in denen die Vielfalt der Traditionen gemeinsam erlebt und gefeiert wird. Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war die Feier von Yalda, der längsten Nacht des Jahres. Jede Teilnehmerin brachte Speisen aus ihrer Heimat mit, und so wurde das Buffet zu einem kraftvollen Symbol für unsere Gemeinschaft.

Doch wir begegnen den «Traditionen» gleichzeitig mit grosser Wachsamkeit und Klarheit: Wir heben das Schöne und Stärkende hervor – die Musik, das Essen, die Gemeinschaft – um schädliche Praktiken wie die weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) noch effektiver zu bekämpfen. Unsere Botschaft ist unmissverständlich.

«Kultur» ist niemals eine Entschuldigung für Gewalt oder die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit.

Wir stärken Frauen darin, schädliche Traditionen abzulehnen, ohne dabei ihre kulturelle Heimat zu verlieren.

Jahresbericht der Stellenleiterin

Bella Glinski, Stellenleiterin Anlaufstelle

Die Anlaufstelle hat sich im letzten Jahr als Kompetenzzentrum in der Ostschweiz und Liechtenstein etablieren können. Dies zeigen die zahlreichen Kontaktaufnahmen durch Fachpersonen und Betroffene. Der Aufgabenbereich der Anlaufstelle ist komplex und vielschichtig und das Team im Jahr 2025 gewachsen.

Als Stellenleiterin bin ich dabei zentrale Fachinstanz zum Thema FGM/C für die gesamte Region. Ich moderiere schwierige Gespräche an der sensiblen Schnittstelle zwischen den betroffenen Communities und öffentlichen Institutionen. Mit viel Fingerspitzengefühl bauen wir Barrieren ab, räumen Missverständnisse aus und schaffen eine Basis des gegenseitigen Vertrauens.

Ein Schwerpunkt der Arbeit im Jahr 2025 war die Beratung von Lehrpersonen, Schulsozialarbeitenden und Fachkräften aus dem Gesundheitswesen. Das Team der Anlaufstelle begleitet Fachpersonen durch komplexe Fälle, bietet fachliche Sicherheit im Umgang mit FGM/C und stellt sicher, dass der Kinderschutz auf institutioneller Ebene professionell umgesetzt wird.

Trotz meiner Funktion als Stellenleiterin bin auch ich weiterhin aktiv in der Community-Arbeit verwurzelt. Dieser direkte Bezug zur Community ist unser Fundament; er garantiert, dass die Anlaufstelle den Kontakt zur Lebensrealität der Familien nicht verliert.

Mit der Psychologin Mona Vogel (arabisch / französisch / deutsch) konnte meine Arbeit als Stellenleitung mit einer Stellvertretung ergänzt werden. Zusätzlich übernimmt Mona Vogel auch einen Teil der psychosozialen Beratungen der Anlaufstelle.

Qualitätsmanagement & Konzeptentwicklung

Zusammen mit dem Vorstand arbeiten wir an der Konzeptarbeit und dem Qualitätsmanagement der Anlaufstelle und des Vereins. Diese «Hintergrundarbeit» ist die Voraussetzung dafür, eine professionelle Dienstleistung zu garantieren, die den Anforderungen von Kanton und Stiftungen sowie Betroffenen und Fachpersonen entspricht.

Mein besonderer Dank gebührt Yvonne Blättler-Göldi. Sie ist die «Ankerin», die das gesamte Gefüge der Anlaufstelle im Inneren zusammenhält. Yvonne verantwortet weit mehr als nur die Buchhaltung; sie ist die treibende Kraft hinter den erfolgreichen Stiftungsanträgen. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz beim Fundraising wären Projekte wie die Women's Night oder der Women's Club finanziell nicht tragbar.

Community-Arbeit und Women's Night: Ein Raum für Würde

Die Verbindung zu den Menschen vor Ort wird durch Nigisti Teklemariam geprägt, die im Jahr 2025 über 180 Stunden intensive Begleitung für rund 20 Familien geleistet hat. Ein Herzstück dieser Arbeit ist das Women's Night Projekt, das Nigisti gemeinsam mit Elsa führt.

Hier haben Frauen am Abend einen geschützten Raum ganz für sich. In einer Atmosphäre von Vertrauen beschäftigen sie sich mit Beauty-Themen, Haarpflege und Austausch bei Kaffee und Kuchen. Doch die Women's Night ist mehr: Es wird zugehört, gestärkt und bei Bedarf direkt eine psychosoziale Beratung eingeleitet.

Women's Club und Asyl-Integration: Ganzheitliche Entfaltung

Unter der Leitung von Fatima Kodhanazari bietet der Women's Club an festen Zeiten soziale Kontakte, Struktur und Halt: Montag (ganztags) sowie Dienstag- und Donnerstagnachmittag. Das Angebot umfasst Aerobic, Sport, kreative Beschäftigung und vor allem den Austausch über Freude und Leid.

Besonders wertvoll ist die Arbeit für Frauen aus dem Asylzentrum Sonnenblick, die zweimal im Monat freitags nachmittags kommen. Dieses «Abtauchen» aus der Enge und Ungewissheit des Zentrums in die Normalität eines geschützten Austauschs ist ein unbezahlbares Geschenk für die psychische Gesundheit dieser Frauen, die bei uns einen Ort der Freiheit finden.

«Wenn ich als Leiterin der Anlaufstelle auf die letzten zwölf Monate zurückblicke, sehe ich weit mehr als nur Statistiken; ich sehe Gesichter von Frauen, die nach Jahren des Schweigens zum ersten Mal den Kopf heben, und ich höre das Lachen von Kindern, die ihre Muttersprache als wertvolles Geschenk neu entdecken.»

In einer Welt, die oft von Unsicherheit geprägt ist, ist unsere Anlaufstelle zu einem Ort geworden, an dem Heilung beginnen kann. Nichts von all dem wäre möglich ohne die Menschen im Hintergrund. Ein herzlicher Dank geht an das Präsidium für die tatkräftige Unterstützung und das Vertrauen.

«Das Jahr 2025 hat gezeigt: Wenn Fachkompetenz auf Empathie trifft, entstehen Wunder.»

Zusammenarbeit mit der FaPla

Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität (FaPla)

Von FGM/C betroffene Frauen brauchen einerseits spezialisierte Unterstützung und andererseits eine vertraute, niedrigschwellige Anlaufstelle für Themen wie Sexualität, Schwangerschaft, Verhütung und Elternschaft. Darum arbeiten die Anlaufstelle und die FaPla eng und ergänzend zusammen. Die Anlaufstelle bündelt die spezifische Expertise zu FGM/C, sorgt für Vernetzung und stärkt den Schutz und die Rechte der Betroffenen. Die FaPla ergänzt dies mit ihrem breiten Beratungsangebot in einem geschützten Rahmen.

Diese Kooperation schafft klare Wege statt Umwege. Durch fallbezogenen Austausch, abgestimmte Zuständigkeiten und eine gezielte Weitervermittlung erhalten Betroffene rasch die passende Unterstützung. Respektvoll, diskret und kontinuierlich.

Fallbeispiele

Die folgenden vier Beispiele zeigen, wie die Zusammenarbeit in der Praxis funktioniert und wirkt.

Umfassende Schwangerschaftsberatung

Ein Paar wünscht nach der Geburt eine umfassende Beratung zur Elternschaft, finanziellen Fragen und Verhütung. Im Verlauf der Beratung wird auch das Thema Mädchenbeschneidung im Familienkontext relevant.

Information und Beratung in rechtlichen Fragestellungen

Eine schwangere Frau wünscht sich individuelle Beratung rund um Schwangerschaft, Elternschaft und familienrechtliche Fragen. Die Anlaufstelle sorgt für die Vermittlung und begleitet bei Bedarf zum Beratungstermin.

Verhütung und sexuelle Gesundheit

Eine Frau möchte eine Beratung zum Thema Verhütung. Im Gespräch erkundigt sich die Fachmitarbeitende der Fapla behutsam nach weiteren Anliegen und ermöglicht damit, dass die Frau auch zusätzliche persönliche gesundheitliche Themen einbringen kann.

Sexualität und körperliche Fragen

Eine junge Betroffene kommt zur Sexualberatung und äussert im Verlauf der Beratung den Wunsch nach vertiefter Unterstützung sowie nach einer möglichen Rekonstruktion.

Der regelmässige Austausch zwischen der Fapla und der Anlaufstelle hat im vergangenen Jahr wesentlich zu einer koordinierten, wirksamen und adressat*innenorientierten Begleitung beigetragen.

So wird aus Zusammenarbeit konkrete Wirkung. Zwei Fachstellen, ein Ziel sowie Schutz und Unterstützung für Betroffene und Angehörige.

Finanzen

Yvonne Blättler-Göldi, Vorstandsmitglied Ressort Finanzen

In den neuen Räumlichkeiten an der Teufenerstrasse 151 konnten erfreulicherweise die Angebote für Community-Arbeit ausgebaut werden. Auch die verschiedenen Anfragen, z.B. für Beratungen, Sensibilisierung und Weiterbildung von Fachpersonen, an die Anlaufstelle haben zugenommen. Diese Tatsachen führten zu einem erhöhten administrativen Aufwand, so haben sich in der Buchhaltung die Einzelbuchungen seit dem Startjahr 2022 beinahe verdoppelt.

2022

211

2023

248

2024

347

2025

416

Einzelbuchungen aus der Buchhaltung

Der erhöhte Bekanntheitsgrad der Anlaufstelle und der damit verbundene Anstieg an Beratungsanfragen führten weiter dazu, dass der Personalaufwand auf CHF 117'691.73 gestiegen ist (2024: CHF 79'283.25). Der allgemeine Betriebsaufwand ist hingegen nur leicht angestiegen.

Mit den höheren Kosten ist es nicht mehr möglich, 10 Prozent der Ausgaben durch Mitgliederbeiträge zu decken. Die verschiedenen Projekte müssen vermehrt durch Stiftungen unterstützt werden.

Obwohl die Erträge aus Spenden, Mitgliederbeiträgen sowie den kantonalen Beiträgen insgesamt zurückgegangen sind, konnten die Einnahmen durch verrechenbare Dienstleistungen an Dritte auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Trotzdem musste im Berichtsjahr ein Ausgabenüberschuss von CHF 1'062.14 verzeichnet werden.

Das vorhandene Vermögen stellt sicher, dass in der ersten Jahreshälfte des Folgejahres jeweils die laufenden Lohn- und Sachkosten gedeckt werden können.

Vernetzung und Zusammenarbeit

Die Anlaufstelle arbeitet mit zahlreichen Organisationen und Fachstellen in der Ostschweiz und Liechtenstein zusammen. Die folgende Liste ist nicht abschliessend.

Ostschweizer Verein für Kinder

Bundesasylzentrum Altstätten

Familien- und Begegnungszentrum Reburg

Heilpädagogische Schule St. Gallen

HEKS Altstätten

HEKS-Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz

Asylheim Sonnenblick Walzenhausen

FaPla

Caritas

HEKS Thurgau

Amtsvormundschaft St. Gallen

Primarschule Rotmonten-Gerhalde

Stadt St. Gallen

Kinderspital

Berufsbeistandschaft Rheintal

Logopädischer Dienst

Schulhaus Buschwald

KESB St. Gallen

Gemeinde Au

Spital Wil

Ärzte am Markt Heerbrugg

Asylzentrum Kreuzacker Wil und Thurhof

TISG

Filtex

Gemeinde Goldach

Gemeinde Mörschwil

Asylzentrum Linth Uznach

Kantonsspital St. Gallen

Gemeinde Eschenbach

Medic Help Asylzentrum Kreuzlingen

Fachstelle Integration St. Gallen

Dr. Fana Asefaw

Kantonspolizei St. Gallen Krisenmanagement

SIKJM

Regionale Fachstelle Integration Toggenburg

Mamamundo

FGM Help Zürich

Kantonsspital Thurgau

Peregrina Stiftung

Dr. Larissa Greive Spital Wil

Medien

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